Abschlüsse an der Freien Waldorfschule Karlsruhe


Die Schulzeit an der Waldorfschule endet mit Abschluss der 12. Klasse. Die Schüler erhalten beim Verlassen der Schule auf Wunsch neben dem Text- auch ein Notenzeugnis. Es können aber auch die üblichen staatlichen Schulabschlüsse erworben werden.

Über die aktuellen Prüfungsbestimmungen und Voraussetzungen wird auf einem Elternabend in der 11. Klasse ausführlich informiert.

In der elften Klasse schreiben die Schüler eine Eigenbeurteilung, in der sie auch den von ihnen angestrebten Schulabschluss angeben sollen. Auf dieser Basis findet das so genannte „Prüfungsgespräch“ statt, in dem der Schüler zusammen mit seinen Lehrern bespricht, auf welche Prüfung er zugehen sollte und was auf diesem Weg noch getan werden muss. Interessanterweise können sich die meisten Schüler selbst recht gut einschätzen, auch ohne Noten.

In der 12. Klasse wird neben den von allen Schülern besuchten Unterrichten in gesonderten Gruppen auf die verschiedenen Abschlüsse gezielt vorbereitet.

Folgende staatliche Schulabschlüsse werden nach den für alle Schüler in Baden-Württemberg geltenden Bestimmungen durchgeführt:

Ab der 9. Klasse können Schüler, die die Schule verlassen wollen, einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss erwerben. Dabei wird keine besondere Prüfung durchgeführt.

Beim staatlichen Schulamt werden dazu benotete Klassenarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie das durch Noten ergänzte Textzeugnis des Schuljahres eingereicht. Vom staatlichen Schulamt wird dann die Gleichwertigkeit dieses Zeugnisses mit dem Hauptschulabschluss bestätigt.

Damit dieser Vorgang zügig durchgeführt werden kann, sollten die Klassenbetreuer möglichst frühzeitig von einem entsprechenden Anliegen informiert werden.

Silber und Holz

Im berufspraktischen Teil des Unterrichtes zur Erlangung der Fachhochschulreife fertigen die Schüler in den Fächern Gestaltung in Silber/Holz Skulpturen und Schmuckobjekte an, die sie zur Prüfung einreichen müssen. Neben den kognitiven Fächern nimmt die Arbeit in den Werkstätten einen breiten Raum ein und ermöglicht so den Schülerinnen und Schülern, alle ihre bisher an der Waldorfschule erworbenen künstlerischen und praktischen Fähigkeiten gleichberechtigt in eine staatlich anerkannte Prüfung einzubringen.

Berufspraktischer Teil der Fachhochschulreife an der Freien Waldorfschule Karlsruhe

Die Fachhochschulreife ist eine weitere mögliche Abschlussprüfung an unserer Schule. Das Besondere an dieser Prüfung liegt in der Möglichkeit, die Inhalte der Prüfungsfächer entsprechend vorgegebenem Niveau komplett im Sinne der Inhalte des Lehrplanes der Freien Waldorfschulen zu gestalten. Somit ist das die Schulabschlussform, die den Inhalten und Lernmethoden der Waldorfschule am ehesten entgegenkommt, ohne die Schüler ausschließlich auf eine Prüfung oder Prüfungsform „konditionieren“ zu müssen, was den Methoden und Gedanken der Waldorfschule entgegenstünde.

Mit dem künstlerisch-praktischen Unterricht im Berufspraktischen Teil der Fachhochschulreife werden viele der über das Angebot der Regelschulen hinausgehenden Qualitäten und Fähigkeiten, die unsere Schüler während ihrer Schulzeit entwickeln konnten aufgegriffen und können direkt in die Abschlussprüfung mit einfließen. Neben den kognitiven Leistungen werden diese Fähigkeiten in einem gesonderten Zeugnis dokumentiert. Ein weiteres Jahr praktische Tätigkeit außerhalb der Schule schließt direkt an die Schulzeit an.

Neben den obligatorisch zu prüfenden kognitiven Fächern (Mathematik, Deutsch, Englisch, Biologie(mündlich) können die Schüler im berufspraktischen Teil der FHSR zwischen den Fächern der Gestaltung in Silber und der Gestaltung in Holz ihren individuellen Schwerpunkt wählen. In den Werkstätten haben sie im Laufe des Jahres Gelegenheit zu zeigen, dass sie ihre Ziele konsequent und selbständig erreichen können.

Über die fachlichen Kenntnisse in Praxis und Theorie des gewählten Faches hinaus üben und entwickeln die Schüler während dieser Zeit das eigenverantwortliche Arbeiten, Selbstdisziplin und Zeitmanagement. Unter fachlicher Begleitung und Beratung wählen und entwickeln sie Aufgabenstellung und Ziel ihrer praktischen Arbeit. Dass sie diese Ziele erreichen können, zeigen die Schüler während der phasenweise selbstorganisierten „Werkstattzeit“ während der Arbeit an ihrem Prüfungsstück und der anschließenden Präsentation in einer Ausstellung.

Neben der Präsentation werden in der 6-10stündigen praktischen Prüfung auch unmittelbar die Fähigkeiten an einer Arbeitsprobe unter Beweis gestellt. In einer mündlichen Prüfung wird fundiertes Fachwissen zum gewählten Themenbereich von den Prüflingen erwartet.

Gerade in einem solchen Abschlussjahr, in dem sehr viele Anforderungen an die Prüflinge gestellt werden, ist immer wieder wahrnehmbar, wie die in den praktischen Unterrichten in der Mittel- und Oberstufenzeit veranlagten Fähigkeiten nun reifen und zum Tragen kommen. Die Schüler sind hier im Sinne der Waldorfpädagogik als ganze Menschen im Denken, Fühlen und im tätigen Willen angesprochen und müssen ihre Fähigkeiten auch dementsprechend beweisen. Es ist immer wieder wahrzunehmen, wie sich die einzelnen Fächer gegenseitig befruchten und die gestalterische Arbeit den Schülern Kraft für den kognitiven Bereich gibt.

Da das besondere pädagogische Profil der Waldorfschulen einen einheitlichen Bildungsgang von der ersten bis zur zwölften Klasse vorsieht, kann erst zum Ende der Schulzeit in der 12. Klasse die Realschulabschlussprüfung abgelegt werden.

Deswegen unterscheidet sich die Prüfung geringfügig vom Abschluss an staatlichen Realschulen. Der Prüfungsstoff im Fach Mathematik ist z. B. an die Unterrichtsinhalte der Waldorfschulen in Klasse 12 angelehnt. Das formale Prüfungsverfahren erfolgt nach den Ausführungsbestimmungen des Kultusministeriums unter Aufsicht des Oberschulamts.

Dabei wird eine schriftliche Prüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch (Eurocom) durchgeführt. Die schriftliche Prüfung in diesen Fächern kann bei Bedarf durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden.

In der fächerübergreifenden Kompetenzprüfung (FüK) werden zwei weitere Fächer mündlich geprüft, idealerweise mit Bezug zur Jahresarbeit. Diese mündliche Prüfung findet in Form einer Gruppenpräsentation statt.

Das Abitur an unserer Schule beinhaltet die gleichen zentral gestellten Aufgaben wie an den Gymnasien in Baden-Württemberg. Das Zeugnis wird ebenso nach dem Punktesystem der staatlichen Schulen erteilt. Die Prüfung ist also absolut identisch.

Ist es eigentlich leichter, das Abitur an der Waldorfschule zu machen?

Ja und nein. Der Schüler muss keine formell beurteilte Vorleistung erbringen, um die Prüfung machen zu dürfen; er muss nur am Prüfungstag die Aufgaben bewältigen. Dies ist Chance und Schwierigkeit zugleich: der seelische Druck ist groß, wenn alles auf einen Tag ankommt.

So können aber auch „Spätzünder“ das Abitur schaffen, dafür oft mit einem erhöhten Arbeitseinsatz!

Wir können nicht das gesamte Spektrum an Fächerkombinationen anbieten, das laut Prüfungsordnung möglich wäre.

Bei uns finden die schriftlichen Prüfungen in Deutsch, Mathematik, Englisch sowie wahlweise in Geschichte oder Biologie statt.

Mündlich geprüft wird in Französisch sowie wahlweise in Biologie oder Geschichte.

Hospitiert wird in zwei der Fächer Sport, Musik, Geographie, Politik, Gemeinschaftskunde, Chemie; wobei sich das Angebot der Hospitationsfächer je nach Interesse der Schüler und den aktuellen Möglichkeiten der Schule auch ändern kann.

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Karlsruhe

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