Unesco Projektschule


„Unesco-Projekt-Schulen“ sind assoziiert mit der UNESCO, der „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization“ (Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen).

Diese ist eine Abteilung der Vereinten Nationen (UNO). Wie ihr Name sagt, kümmert sie sich um Fragen der Kultur, der Wissenschaft …. und der Bildung. Hierzu hat sie ein weltweites Projekt ins Leben gerufen, das „Associated Schools Project“ (ASP / Projekt miteinander verbundener Schulen): Schulen verschiedener Länder, über 1000 weltweit, vernetzen sich, um - für die Schüler praktisch und anschaulich - die Ideale der Völkerverständigung und der Solidarität dar zu leben. „Künftige Kriege verhindern, indem man die Barrieren in den Köpfen überwindet“, so heißt es in dem Gründungsdokument. Für Schulen in Europa heißt das typischerweise, Verbindung mit Schulen in der Dritten Welt aufzunehmen.

Die deutschen Unesco-Projekt-Schulen legen zusätzlich an sich noch strengere Maßstäbe an! Bei den über 200 Schulen legt man Wert darauf, dass alle Schulformen und Altersstufen vertreten sind. Die deutschen Schulen kooperieren untereinander im so genannten UNESCO-Netzwerk. Einmal im Jahr, im September, findet eine Jahrestagung statt: Lehrer und Schüler aus ganz Deutschland treffen sich zur Fortbildung in UNESCO-Themen. Davon gibt es zurzeit vier Hauptthemen:

  1. Menschenrechtserziehung
  2. Kulturbegegnung
  3. Nachhaltigkeit
  4. Grenzen überwinden

Nichts davon ist allerdings vorgeschrieben; wie überhaupt die UNESCO-Mitgliedschaft auf einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“ beruht, für die UNESCO-Gedanken offen zu sein. In einer Schulgemeinschaft können vielfältige, individuelle Initiativen dazu entstehen. Es gibt auch kein Geld oder sonstige Vorteile von der UNESCO; es geht mehr um die Ehre, den Namen führen zu dürfen.

Darüber hinaus sind die deutschen Schulen in Länder-Regionen organisiert. Hier findet die intensivste Zusammenarbeit statt. In Baden-Württemberg gibt es zurzeit 24 unesco-projekt-schulen. Gemeinsame Projekte sind unter anderem ein alle zwei Jahre stattfindendes Sommercamp, wo Schüler verschiedener Schulen sich begegnen können; und eine Wanderausstellung, die mit Hilfe des Kultusministeriums erstellt wurde und welche die Durchführung des letzten gemeinsamen Projekttages „Unser Handeln – unsere Zukunft“ an den verschiedenen Schulen dokumentiert.

Deutschlandweit führen die unesco-projekt-schulen alle zwei Jahre einen gemeinsamen Projekttag durch an oder um den 26. April, dem Jahrestag des Atomunfalls von Tschernobyl. Der nächste Projekttag ist für den 26. April 2012 vorgesehen: das Thema heißt „Über den Tellerrand schauen – Fragen der Welternährung“.

Eine Schule, welche im UNESCO-Netzwerk mitarbeiten möchte, kann gerne über jede unesco-projekt-schule Kontakt aufnehmen oder, in Baden-Württemberg, sich direkt an den Regionalkoordinator unter rk-ups-bw@gmx.de wenden.

Unser UNESCO-Projekt: Partnerschaft mit dem „Liceul Waldorf Bukarest“

Zwei Jahre nach der Wende 1989 in Rumänien wurde die erste Bukarester Waldorfschule gegründet. Diese Gründung erfolgte durch den deutschen Verein „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“. Die Partnerschaft mit unserer Schule besteht seit 1992. In diesem Jahr ist die Freie Waldorfschule Karlsruhe unesco-projekt-schule geworden und die Partnerschaft ist unser „UNESCO-Projekt“. In den ersten Jahren beteiligten sich einige Karlsruher Lehrer engagiert und liebevoll in Bukarest beim Aufbau.

Rumänische Waldorfschulen sind staatliche Schulen: Als solche sind sie im landesüblichen Ausmaß finanziell gesichert. Pädagogisch müssen sie Kompromisse eingehen: Die Klassenlehrer können nur bis zur 4. Klasse unterrichten; alle Schüler müssen in der 8. Klasse eine vom Staat vorgeschriebene Prüfung ablegen; durch neue Durchmischung in der 9. Klasse wird oft die Klassengemeinschaft beeinträchtigt. Die Schule hat keine Autonomie bei der Lehrerzuwahl; überhaupt ist oft wenig Verständnis bei den Behörden für diese ganz andere Art von Schule vorhanden.

1999 zog die Schule in ein neues Gebäude, dessen Renovierung von Deutschland finanziert wurde. Trotzdem reicht der Raum für die ca. 300 Schüler nicht aus, sodass in Schichten, die halbe Schule morgens und die halbe Schule nachmittags, unterrichtet werden muss. (Für unsere Karlsruher Waldorfschüler ein schönes Erlebnis um 13:00 Uhr die Schule anzufangen!)

Im Gegensatz zu Deutschland stehen die rumänischen Waldorfschulen „alleine auf weiter Flur“: die Anlehnung an den Westen ist für die Bukarester Schule eine wichtige Stütze. In vieler Hinsicht wird auf die Karlsruher Waldorfschule als einer „richtigen“ Waldorfschule hingeschaut. Wir können ihnen auch bei der Auseinandersetzung mit den Behörden eine Hilfe sein.

Im Laufe eines Schuljahres finden mehrere gegenseitige Besuche mit Lehrern, Schülern und Eltern statt: Auf unserem Basar im November betreiben die rumänischen Gäste einen Stand, im Frühling gibt es einen Rückbesuch in Bukarest. Des Öfteren hospitieren Bukarester Lehrer in Karlsruhe.

Was bringt uns die Partnerschaft?

In Rumänien haben wir eine Begegnung mit einer ganz anderen Kultur und Art zu leben: spontan, gastfreundlich, improvisierend, „verpeilt“ - Vieles nicht so ernst nehmend. Immer wieder erleben das unsere Schüler, die dort zu Gast sind. Eine Hauptwirkung für unsere Schulgemeinschaft ist, dass wir veranlasst werden – ganz im Sinne des UNESCO- Gedankens – über unseren Tellerrand hinauszuschauen und uns an der Leichtigkeit des Seins ein bisschen zu erfreuen!

wir freuen uns auf

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