Rückschau

Das Künftige ruhe auf Vergangenem!


Alle wichtigen Ereignisse in unserem Schulleben werden auf dieser Seite zum Nach-Lesen und Nach-Schauen gespeichert.

Kurze Vorstellung und Grußworte des Architekten Paul-Gerhard Reeh

21.11.18

Seit über 30 Jahren widme ich mich mit Leidenschaft einer in ständigem Wandel begriffen Organischen Architektur und bin seit etwa 15 Jahren Geschäftsführer des Architekturbüros bpr, auch welches für die Karlsruher Waldorfschule bereits verschiedenste  Planungen und Bauten realisieren durfte.

Durch mein Architekturstudium, unter anderem an der anthroposophisch orientierten Alanus Hochschule bei Bonn und als Vater von zwei erwachsenen Söhnen, welche auf eine Waldorfschule gegangen sind, bin ich mit der Waldorfpädagogik und der anthroposophischen Menschenkunde gut vertraut.

Im Ent-Werfen  erlebe ich das Hinein-Werfen von Ideen einer zeitlosen, anderen Welt in die ganz konkreten, oft sehr individuellen, irdischen Verhältnisse.

Allein schon diese Brückenschläge aus einem nicht stofflichen, jenseitigen Kosmos in unsere Sinneswelt hinein befruchten ständig unser Alltagserleben im Hier und Jetzt, schaffen Keime, lassen wachsen, noch lange bevor ein neu Geschaffenes, z. B. als Sandburg am Meer, als Geburtstagstorte oder als fertiges Gebäude, leibhaftig vor uns steht.

Dieser Transformationsprozess zwischen den Welten ist für jedes Kind, aber auch für den erwachsenen Menschen eigentlich etwas ganz Alltägliches und keineswegs dem Architekten vorbehalten.

So erlebe ich seit Beginn unserer Zusammenarbeit, wie der ungeheuer faszinierende Kosmos der Ideenwelt – bezogen auf unser Bauprojekt – bereits auf unterschiedlichste Weise in jedem Menschen vor Ort lebt, der sich aktiv mit der Bauaufgabe verbindet.

Ich selber sehe mich in diesem Zusammenhang wie ein Mittler zwischen den Welten, welcher die Bedürfnisse und Anforderungen der Schule als pädagogischen und sozialen Organismus in einer neuen Architektur so formuliert, dass dieser Organismus auf eine für die Schule und ihre Kinder bestmögliche und zuträgliche Weise zu wachsen und sich in die Zukunft hinein zu entfalten vermag.

Getragen von gegenseitigem Vertrauen, welches die Grundlage für das Gelingen des Projektes ist, wenden wir uns in der Arbeit der Baukommission mit Respekt vor der Größe der Aufgabe und der uns anvertrauten Verantwortung der Frage zu: „Was geschieht an diesem Ort, in dieser individuellen Entwicklungssituation der Schule?“ So sammeln wir stetig neue Erkenntnisse darüber, ,was es braucht’, um eine der Schule angemessene Architektur zu entwickeln.

In diesem Sinne gratuliere ich der Schulgemeinschaft von Herzen zu 40 erfolgreichen Zukunftsjahren mit den besten Wünschen auch für Ihre weitere Zukunft und mit großer Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit.

Paul Gerhard Reeh

40 Jahre Zukunft – 40 Jahre Weiterentwicklung.

29.10.2017

Die Entwicklung des Schulgebäudes geht weiter.

 

Als die Schule im Jahr 1977 gegründet wurde, steckte der Schulbau noch in den Kinderschuhen – der erste Bauabschnitt, der heute nach seinem Architekten Fritz Müller benannte Müllerbau, wurde nach nur einem halben Jahr Bautätigkeit im Januar 1978 bezogen. Zuvor hatten die Schüler die ersten Monate in der benachbarten Ernst-Reutter-Schule Unterschlupf gefunden. Bereits in dieser Zeit wurden Pläne zur notwendigen Erweiterung der Schule durch den Architekten Jens Peters aus der Architektengruppe Billing, Peters, Ruff erarbeitet. Die Fertigstellung des heute als Altbau bezeichneten nächsten Bauabschnitts erfolgte im Jahr 1984. Da Schule und Schülerzahl in den Anfangsjahren der Schule kontinuierlich wuchsen, wurde im Jahr 1980 als Zwischenlösung ein provisorischer Pavillon errichtet, der noch heute, nach 37 Jahren, als Werkstatt- und Gartenbaugebäude genutzt wird und nun das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Mit der Entscheidung, die Schule in die Zweizügigkeit wachsen zu lassen, entstand erneut die Notwendigkeit einer baulichen Veränderung, die im Jahr 1996 bzw. 1999 ebenfalls durch Jens Peters ihre Realisierung im heutigen Neubau fand. Der dadurch zunächst vollendete, von Schülern, Lehrern und Eltern gleichermaßen geschätzte heutige Schulbau wuchs innerhalb dieser 22 Jahre in regelmäßigen Abständen und orientierte sich damit stets an den Bedürfnissen der Schulgemeinschaft. Der Impuls, den neuen Anforderungen der Schüler in einer sich rasant verändernden Zeit und Gesellschaft gerecht zu werden, wird nun erneut aufgegriffen. Einerseits stellt sich die Aufgabe, das mittlerweile 37-jährige Provisorium, dessen Lebensdauer weit über die damaligen Planungen hinausgegangen ist, in seiner Funktion zu ersetzen. Andererseits soll die Entwicklung der Schule den neuen Anforderungen gerecht werden. Dazu sind Arbeits-, Gesprächs- und Aufenthaltsräume zur Gestaltung eines Lebensraums Schule notwendig und es müssen auch Lösungen für die begrenzten Räumlichkeiten der Mensa und der Turnhalle gefunden werden. Zur Entwicklung dieser Konzepte und zur Planung eines ersten Erweiterungsbaus wurde im Juli 2015 die Große Baukommission vom Schulrat ins Leben gerufen. Seitdem arbeiten Lehrer, Eltern und Schüler in wechselnder Besetzung von der Bedarfsermittlung über die Konzepterarbeitung bis hin zur Umsetzung dieser Zukunftskonzepte in den nächsten Jahren an der Gestaltung der Zukunft der Schule. Seit dem Sommer 2017 ist Paul-Gerhard Reeh mit seinem Architekturbüro bpr architektur+design, Nachfolger im Büro Billing, Peters, Ruff, unser Partner bei der Planung der weiteren Entwicklung der Schule. Falls Sie Interesse haben, Teil dieser Zukunftsentwicklung zu werden und sich kreativ einzubringen, ob als aktueller oder ehemaliger Schüler, Eltern oder Lehrer, wenden Sie sich gerne an die Große Baukommission (Baukommission@fws-ka.de).

Festvortrag Henning Kullak-Ublick

5.10.2017

Zu Beginn des Jubiläumsjahres lädt die Freie Waldorfschule Karlsruhe alle pädagogisch Interessierten herzlich ein am 5.10.2017 bei der Auftaktveranstaltung dabei zu sein. Henning Kullak-Ublick, Autor und Vorstandsmitglied im Bund der Freien Waldorfschulen, wird unter der Überschrift "Jedes Kind ein Könner" einen Blick auf zentrale Phänomene unserer Zeit werfen und aufzeigen, welche Herausforderungen und Chancen sich daraus für eine zukunftsorientierte Pädagogik ergeben.

Der festliche Abend wird eingerahmt von ein paar Kleinigkeiten zum Essen und Trinken, einem audiovisuellen Beitrag "40 Jahre Zukunft" und musikalischen Beiträgen aus der Schulgemeinschaft.

Eule oder Lerche? Aus der Gruppe Schulrhythmus

12.05.2017

Menschen sind verschieden. Schüler auch. So gibt es unter ihnen (und bei Eltern und Lehrern) Lang- und Kurzschläfer, Früh- und Spätaufsteher. Schlaftyp und individueller Biorhythmus sind angeboren und beeinflussen die Zeiten, zu denen wir sinnvoll aktiv sein können und zu denen wir müde werden.

Im Laufe des Lebens lassen sich bei jedem Menschen typische Veränderungen feststellen: Eltern von kleinen Kindern haben kaum eine Chance, am Wochenende einmal auszuschlafen. Kommen die Kinder in die Pubertät, sieht man sie dagegen nur selten am familiären Frühstückstisch, weil sie bis zum Mittag ihr Schlafdefizit aus der Schulwoche nachholen. Im Alter verändert sich der Schlafrhythmus übrigens wieder – der Schlaf wird kürzer, man ist morgens früher wach. Deswegen passen Großeltern und kleine Kinder häufig in ihrem Rhythmus gut zusammen – zur Freude mancher Eltern, die dank zuverlässiger Kinder(früh)betreuung mal wieder ausschlafen dürfen.

Der verschobene Schlafrhythmus macht sich auch in der Schule bemerkbar. In der Oberstufe findet man in den ersten Stunden manchmal erstaunlich friedliche und ruhige Schüler vor – und das mitten in der Pubertät! Wach sind sie allerdings noch nicht, und oft auch noch nicht aufnahmebereit für welche spannenden Inhalte auch immer. Aber auch in den unteren Klassen zeigen sich immer wieder Anzeichen dafür, dass die Schüler nicht ausgeschlafen haben, wenn sie in der Schule ankommen.

Schlafmangel ist nicht förderlich fürs Lernen. Lebt man ständig gegen seinen eigenen Biorhythmus, kann das auf Dauer sogar krank machen. Deswegen fordern Wissenschaftler schon seit langem, den morgendlichen Schulbeginn – vor allem für die Oberstufenschüler – nach hinten zu verschieben.

Hauptanliegen der Waldorfpädagogik ist es, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Dazu gehört natürlich auch der ausreichende Schlaf zu richtigen Zeit. Damit unsere Schüler gesund und munter durch ihre Schulzeit kommen, haben wir im Jahr 2015 eine Delegation aus Eltern, Lehrern, Hortmitarbeitern und Oberstufenschülern gebildet, die den bestmöglichen Tagesrhythmus für unsere Schüler und unsere Schule finden soll.

Die Delegation hat sich zunächst mit den wissenschaftlichen Hintergründen auseinandergesetzt. Darauf basierend werden Maßnahmen geplant, umgesetzt und ihre Wirkung im Schulalltag begleitet. Im Schuljahr 2016/17 haben wir die Pausenzeiten verlängert, im aktuellen Schuljahr 2016/17 ist die Umgestaltung des Stundenplans an der Reihe. Für das Schuljahr 2017/18 ist eine Veränderung der morgendlichen Schulanfangszeiten geplant.

Über die Ergebnisse unserer Überlegungen und die Umsetzungen berichten wir regelmäßig im „Einblick“. Wer mehr wissen will, kann sich auch gerne auch auf unserer eigenen Website unter www.schulrhythmus.de umschauen. Dort haben wir auch einen Test verlinkt, mit dem jeder seinen eigenen Chronotyp herausfinden kann.

Wer Anregungen oder Fragen hat oder wer gerne bei der Delegation mitmachen möchte, kann sich sehr gern unter schulrhythmus@fws-ka.de an uns wenden.

 

Delegation Schulrhythmus

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