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Schulkonzert

Das Solidaritätskonzert  -  ein großes Schulfest

Am 9. Dezember 2011 fand ein rauschendes Schulfest statt: das Solidaritätskonzert im Stephanssaal in der Stadt. Angefangen hatte dieses einmalige Schulprojekt mit der Klassenfahrt der letztjährigen 12a nach Mazedonien, wo die Schüler Aufbauarbeit bei einem gemischten Kindergarten für mazedonische und Roma Kinder leisteten. Daran schloss sich eine vielfältige Auseinandersetzung mit der uns wenig bekannten Kultur der Sinti und Roma an. „Bari-Duk  -  Symphonia Romani“ war der eindrucksvolle Höhepunkt des Solidaritätskonzertes, dessen Erlös zum großen Teil dem Kindergartenprojekt zugute kommt. Die Sinfonie erzählt die Geschichte des Rom Hugo Höllenreiner, der als Kind die Hölle von Auschwitz durchlebte und überlebte. Einige Wochen vorher konnten die Oberstufenschüler eine Begegnung mit Hugo Höllenreiner haben, ein Gespräch. Es ist kaum zu beschreiben, was wir mit Hugo erlebten: der Holocaust ist nicht ein historisches Ereignis, 70 Jahre her, begraben in Geschichtsbüchern: es ist Teil einer Biographie, des Lebens eines heutigen Menschen; wie wenn es gestern passiert wäre. Bis vor wenigen Jahren war es Hugo Höllenreiner nicht möglich, über seine Erlebnisse zu sprechen.
Mit großem Ernst musizierten die Schüler, Chor und Orchester, und mit Begeisterung; zurecht. Die Sinfonie war fast eine „Mission“; und das Engagement der Schüler fand ich eigentlich das Schönste an dem Konzert. Alles wurde sehr gediegen musiziert. Vor allem die Sinfonie ist schwer, und es bedurfte vieler Probennachmittage, und auch einer kurzen Chor- und Orchesterfahrt, um das Konzert hinzubekommen. Der Höhepunkt war sicher die Generalprobe am Donnerstag vor dem Konzert: der Komponist Adrian Gaspar war aus Wien mit  seinem Jazztrio da, und probte mit den Schülern bis in den Abend. Das sind einmalige Erlebnisse, mit Profimusikern in einer Gemeinschaft zu musizieren; dabei „geht’s auch ab“ bei den mitmusizierenden Lehrern: neue Seiten erlebte man bei Herrn Lange, Herrn Geuppert, Herrn Neukirchner, Herrn Bühler!
Unser Schulkonzert bietet nicht die Perfektion eines Musikgymnasiums; aber dafür haben wir andere Qualitäten. Jeder Schüler darf mitmusizieren, auch der, der sich’s sonst vielleicht nicht zutrauen würde. „Spain“ von Chick Corea war eine Sternstunde der M1 Musikgruppe der 10. Klassen, die mit den Wiener Profis und den Lehrern losfegte! Das ist Musikpädagogik, wo die Schüler die unbändige Spielfreude der (Roma) Profis erleben können, und mitmusizieren dürfen. Das war doch wirklich bezeichnend: das Konzert ist vorbei, das Publikum verteilt sich in der Vorhalle, man fängt an, abzubauen  ……  und die Musik geht immer weiter  -  am Klavier, am Schlagzeug, am Bass, ja es geht erst richtig los, mit jedem, der mitspielen möchte!!!
Ja, das ist richtige Musik, da kommt kein MP3 Player mit!

Nicholas Dodwell
(diesmal verhinderter) Musiker