Hinweis
Mittsommerspiel
Das Mittsommerspiel wurde von Marguerite Lobeck-Kürsteiner vor vielen Jahrzehnten aus dem Bedürfnis heraus geschrieben, den Kindern in der Stadt das „Geistesweben im sommerlichen Naturgeschehen mit wachen Ohren und Augen" nahe zu bringen. Das Spiel zeigt, was an Johanni „hinter den Kulissen“ des Alltagslebens geschieht, welche Wesen im Unsichtbaren an dem Aufblühen der Natur beteiligt sind, am Leben der Tiere, Steine und auch der Menschen. Die vier Elementarwesenheiten (Gnome, Nymphen, Sylphen und Feuergeister) erscheinen auf der Bühne und berichten ihrem Meister, dem Pan, was sie für Mensch und Natur alles getan haben. Auch die Faune, die Diener des Pan, haben viel zu berichten.
Mit der Hilfe von Musik (H.U. Stoller), Eurythmie und Beleuchtung entsteht auf der Bühne ein wunderbarer Traum, den die vielen Kinder jedes Jahr zur Johannizeit Wirklichkeit werden lassen. Beteiligt sind jeweils die beiden 4. Klassen der Schule und einige wenige ältere Schüler, die dabei mithelfen.
Wie das Spiel an unsere Schule kam:
Vor 25 Jahren sah ich das Mittsommerspiel zu ersten Mal in der Basler Rudolf Steiner Schule. Mein viel jüngerer Bruder spielte mit großer Begeisterung einen Faun. Zwei Jahre später sah ich das Spiel wieder, da meine jüngste Schwester eine Nymphe sein durfte. Weil meine Mutter verhindert war, half ich den Kindern beim Anziehen der Kleider und kam dabei mit der Eurythmielehrerin ins Gespräch, die das Spiel mit viel Hilfe und großer Freude schon einige Male eingeübt hatte. So saß ich dann bei der Aufführung im Saal - mit Papier und Bleistift - und versuchte das Gesehene irgendwie festzuhalten, da ich mir dieses Spiel auch für Karlsruhe wünschte. Bis es aber so weit kam, vergingen fast 10 Jahre.
Für ein solches Spiel braucht man eine Klasse, einen Klassenlehrer und viele Helfer, die ich lange Zeit nicht finden konnte. Als ich aber ganz unerwartet Klassenlehrerin in Vertretung wurde, fand sich alles zusammen. Ich bekam eine 4. Klasse. Außerdem war die Familie Wyss aus der Schweiz im gleichen Jahr an die Schule gekommen. Herr Wyss ermunterte mich, das Spiel einzustudieren, da er es auch sehr gut kannte. Er erbot sich, für den Bühnenschmuck zu sorgen. Einer seiner Söhne spielte den Pan und mehrere Eltern aus der 4. Klasse boten sich an Kostüme zu nähen. So entstanden die Kleider für die Mücken und Frösche. Ich färbte die Schleier mit viel Vergnügen und nähte viele Kleidchen. Und so kam nun das Mittsommerspiel an Johanni 1996 zum ersten Mal zur Aufführung. In den folgenden Jahren studierte ich es mit freiwilligen Kindern der Klassen 3-6 ein. Als ich wieder eine eigene 4.Klasse hatte, nahm zusätzlich auch die Parallelklasse an dem Spiel teil. Das hieß nun, dass die Kleideranzahl verdoppelt werden musste. Dabei halfen viele Eltern. Für mich gab es auch immer genügend zu tun. Seither spielen immer die beiden 4.Klassen das Spiel. Um dieses wunderbare Spiel auf die Bühne zu bringen, braucht es immer unglaublich fleißige Helfer, denen ich hier an dieser Stelle ganz herzlich danken möchte.
Chr. Greiner



