Hinweis
Leitbild
Gründungsimpuls
Die Freie Waldorfschule Karlsruhe wurde 1977 von Eltern und Lehrern gegründet, die für Kinder und Jugendliche eine zeitgemäße Erziehung aus der Pädagogik Rudolf Steiners heraus gestalten wollten.
Sie wendet sich an alle Eltern, die Waldorfpädagogik bejahen und unterstützen – unabhängig von Weltanschauung, Nationalität und sozialem Stand.
Ziel der Schule
Nach Auffassung der Eltern und Lehrer steht jedem Menschen eine umfassende Schulbildung vom 7. bis möglichst zum 18. Lebensjahr zu, ungeachtet seiner intellektuellen Fähigkeiten und Begabungen. Er soll in diesen Jahren beim schulischen Lernen und Üben Selbst- und Welterfahrung sammeln, indem er sich praktisch und theoretisch mit Erscheinungen und Grundlagen unserer Kultur und Zivilisation auseinandersetzt. Unser Ziel ist es, für Kinder und Jugendliche einen Lebens- und Lernraum zu bieten, ihnen bei der Suche nach ihrem Weg zu sich selbst und in die Welt zu helfen sowie ihre leibliche und seelische Gesundheit – auch für das spätere Leben – zu fördern. Wir wollen die Schüler als ganze Menschen ansprechen, ihre individuellen Fähigkeiten ausbilden und Defizite so weit wie möglich ausgleichen. In enger Zusammenarbeit wollen Schule und Elternhäuser eine Basis schaffen, die ermöglicht, dass Intellektuelles, Künstlerisches, Praktisches, Soziales in ausgewogenem Verhältnis altersgemäß angeregt werden. Die vielfältigen, aufeinander abgestimmten Unterrichtsfächer können so - jedes in spezifischer Weise - dazu beitragen, dass die Schüler sich zu frei handelnden Menschen entwickeln. Sie sollen die Fähigkeit erwerben, ihre eigene Weiterentwicklung selbst in die Hand zu nehmen und in der Welt verantwortlich zu handeln.
Ein bewusster Umgang in Schule und Elternhaus mit den sozialen, kulturellen und technischen Phänomenen der Gegenwart im Blick auf die gesunde Entwicklung der Schüler unterstützt die im Unterricht zu leistende Arbeit.
Grundlage
Die geistige Grundlage, aus der heraus die pädagogische Arbeit an der Schule gestaltet wird, ist die Anthroposophie Rudolf Steiners. Es handelt sich dabei für uns nicht einfach um eine Lehre, sondern um Methoden und Prozesse, mit deren Hilfe wir uns vor allem drei Quellen pädagogischer Wirksamkeit erschließen: Die ständige Arbeit an einem Bild vom sich entwickelnden Menschen, an der Bildung beweglicher Begriffe von den Unterrichtsinhalten und an der Selbsterziehung, d.h. an der eigenen seelischen und geistigen Weiterentwicklung des Erziehenden. Individuelles und gemeinsames Studium sowie meditative Vertiefung sollen die Wege bereiten, um immer neu den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen herzustellen. Durch diese spezifischen Methoden der Waldorfpädagogik wird Erziehung zu einem künstlerischen Prozess. Wir arbeiten im Respekt vor der Individualität des Kindes und Jugendlichen und im Bewusstsein der moralisch-geistigen Dimension unserer Aufgabe.
Durch das Zusammenwirken von Elternhaus und Schule bildet sich eine Hülle, die das individuelle Heranreifen der Kinder und Jugendlichen ermöglicht.
Das Kollegium bildet sich in der gegenseitigen Wahrnehmung. Es ist für die pädagogischen Belange verantwortlich und entwickelt das Schulprofil. Im lebendigen Umgang mit den Schülern entwickeln und konkretisieren die Lehrer den Lehrplan. Auf dem Hintergrund des Austauschs mit den Kollegen gestaltet jeder seinen Unterricht in Eigenverantwortung.
Wir legen Wert darauf, dass die an der Schule pädagogisch Tätigen eine waldorfpädagogische Ausbildung haben und an entsprechenden Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen. Gemäß der Art ihrer Tätigkeit gilt der Grundsatz einer qualifizierten Aus- und Fortbildung auch für alle anderen Mitarbeiter der Schule.
Die Gestaltung des Schulorganismus gründet sich auf den Sozialimpuls Rudolf Steiners. Die wirtschaftlichen Grundlagen und das in Verträgen geregelte Rechtsleben werden so geordnet, dass das Ziel der Schule möglichst ungehindert angestrebt werden kann.
Die Anerkennung des Mitmenschen als Individualität und die Achtung seiner persönlichen Impulse, sich für die Ziele der Schule einzusetzen, sollen unseren Formen der Sozialgestaltung und unseren Umgangsformen zugrunde liegen.
Konzeption
Aus den menschenkundlichen Grundlagen und der Anwendung der oben genannten Methoden ergeben sich besondere Formen des Unterrichtens und der Unterrichtsgestaltung. Der Lehrplan, der in Stoffauswahl und Methoden der jeweiligen Altersstufe angepasst ist, umfasst wissenschaftliche, künstlerische und handwerkliche Fächer, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung stützen.
Jahrgangsklassen
Die Schüler werden gemeinsam bis zur zwölften Klasse in Jahrgangsklassen geführt. Es gibt keine Auslese oder Sitzenbleiben. Die Unterrichtsinhalte zielen nicht nur auf den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten, sondern sie sollen auch auf altersspezifische Entwicklungsbedürfnisse und Fragen Antwort geben. Der Unterricht soll den Kindern und Jugendlichen einen Rahmen bieten, durch den sie Halt finden und auch ihre Grenzen erfahren können. Das Prinzip der Jahrsgangsklassen erfordert bei gleichem Stoffangebot eine methodische Binnendifferenzierung. Das gegenseitige Erleben der unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen, aber auch der Umgang mit den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten fördert die Sozialkompetenz der Schüler.
Dieser pädagogische Ansatz will von den Klassenelternschaften bewusst mitgetragen sein. Der Begegnung der Elternhäuser untereinander über die Elternabende hinaus kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu.
Hauptunterricht
Der Stundenplan versucht, auf den Tagesrhythmus des Kindes Rücksicht zu nehmen. So beginnt der Unterricht jeden Morgen mit einer Doppelstunde, dem Hauptunterricht: Ein Stoffgebiet wird täglich über mehrere Wochen hin behandelt, um eine tiefergehende Verbindung mit den angesprochenen Inhalten zu ermöglichen.
1. bis 8. Schuljahr
Den Hauptunterricht erteilt vom 1. bis zum 8. Schuljahr der Klassenlehrer, der die Kinder vom 7. bis zum 14. Lebensjahr in der Regel durchgehend, ohne Wechsel führt. In den ersten Schuljahren ist der Unterricht vorwiegend bildhaft aufgebaut. In reichhaltigen Lebens- und Erlebensfeldern entsteht durch Erfahrungen und Erzählungen eine intensiv durchgestaltete soziale Wirklichkeit, in der sich die Individualität des Kindes entwickeln kann. Das Seelenleben des Kindes soll durch die Unterrichtsgegenstände in Bewegung gebracht werden; das Erlebnis „die Welt ist schön“ kann entstehen.
9. bis 12. Schuljahr
In der Oberstufe wird der Hauptunterricht von Fachlehrern übernommen. An die Stelle des Klassenlehrers treten ein oder zwei Klassenbetreuer. Was als Bild der Welt in der Klassenlehrerzeit entstanden ist, soll nun erkenntnismäßig durchdrungen werden. Geht diese gedankliche Arbeit einher mit einer entsprechenden Anregung der Willenskräfte, so kann sich in der Seele des Jugendlichen das Erlebnis einstellen: „Die Welt ist wahr.“ Ausbildung der Urteilskraft im Denken, Entwicklung eines ästhetischen Empfindens im Fühlen und eines tatkräftigen Wollens sind spezielle Ziele der Oberstufenzeit. Praktika innerhalb und außerhalb der Schule geben die Möglichkeit einer eigenständigen Welterfahrung. Selbstständiges Lernen und Arbeiten tritt immer stärker in den Vordergrund, gipfelnd in den Jahresarbeiten der zwölften Klasse.
Fachunterricht vom 1. bis 12. Schuljahr
An den Hauptunterricht schließt sich der Fachunterricht auf den Gebieten an, die ein ständig wiederholendes Üben erfordern. Wo es in einzelnen Fächern aus pädagogischen oder räumlichen Gründen erforderlich ist, wird die Gesamtklasse in Gruppen aufgeteilt.
Ein künstlerisches Element soll in jedem Fach lebendig sein, auch Sinnes- und Bewegungsschulung ist nicht allein speziellen Unterrichten vorbehalten. Insbesondere in der Klassenlehrerzeit durchziehen Malen und Zeichnen, Musizieren, Rezitieren, gelegentlich auch plastisches Arbeiten und das Einüben von Theaterspielen den gesamten Unterricht.
Die künstlerischen und handwerklichen Fächer greifen dieses Element schwerpunktmäßig auf. Künstlerische Übungen sind Willensübungen; in geeigneter Form gepflegt tragen sie zusammen mit der intellektuellen Ausbildung zur gesunden Entwicklung der Kinder und Jugendlichen bei. Musik und Eurythmie werden in allen Klassenstufen unterrichtet. Aus dem Handarbeitsunterricht der ersten Klasse entwickelt sich im Laufe der Schulzeit ein breites Spektrum verschiedener Gewerke, die neben dem Erwerb entsprechender Fertigkeiten auch Lebenskunde und Lebenspraxis vermitteln. Die bildenden Künste treten erst in der Oberstufe als gesonderte Fächer auf. Unterricht in Gymnastik und Turnen wird in allen Klassen erteilt.
Englisch und Französisch werden ab der ersten Klasse unterrichtet. Schüler, die mit den Anforderungen eines fortgeschrittenen Unterrichtes in einer zweiten Fremdsprache überfordert sind, können ab der zehnten Klasse ein alternatives Unterrichtsangebot wahrnehmen, in dem sie ihren Fähigkeiten und Begabungen entsprechend gefördert werden.
In der Oberstufe treten Unterrichtsgebiete hinzu, die die Schüler mit den Grundlagen des heutigen industriellen und wirtschaftlichen Lebens vertraut machen, beispielsweise mit Informatik und Technologie.
Wenn erforderlich, können in einzelnen Fächern differenzierte Lerngruppen nach entsprechenden Gesichtspunkten zusammengestellt werden.
Die Schule unterrichtet Kinder verschiedener Bekenntnisse; sie erzieht nicht zu einer bestimmten Weltanschauung. Wir sind jedoch der Ansicht, dass über das religiöse Element in allen Unterrichten hinaus für die vollständige seelische Entwicklung des Menschen ein ethisch-religiöser Unterricht erforderlich ist. Es ist bis zum Erreichen der Religionsmündigkeit ausschließlich Sache der Eltern zu bestimmen, an welchem Religionsunterricht ihr Kind teilnehmen soll. Konfessioneller Religionsunterricht wird auf Wunsch der Eltern innerhalb der Schule von Vertretern der Konfessionen erteilt. Für Kinder, deren Eltern keinen konfessionellen Religionsunterricht wünschen, richtet die Schule einen freien christlichen Religionsunterricht ein.
Zeugnisse
Zum Ende eines Schuljahres schreiben Klassenlehrer bzw. Klassenbetreuer eine Beurteilung. In ihr werden die Entwicklungsschritte des Kindes oder des Jugendlichen charakterisiert. Die Fachlehrer ergänzen diese Zeugnistexte mit eigenen Beiträgen. Das Jahreszeugnis der zwölften Klasse gilt als Schulabschlusszeugnis.
Schulveranstaltungen
Vielfältige Veranstaltungen und Feste geben nicht nur Gelegenheit das im Unterricht Erarbeitete vorzustellen, sondern sind auch ein Ort der gegenseitigen Wahrnehmung und Begegnung von Schülern, Eltern und Lehrern.
Therapiebereich
Die Therapeuten unterstützen die Arbeit des Klassenlehrers, dabei können sie rein medizinische Indikationen nicht berücksichtigen. Sie leisten Einzel- oder Gruppenarbeit mit Kindern zur Bewältigung temporärer Entwicklungsschwierigkeiten. Kinder, die umfassender, länger andauernder heil- oder sonderpädagogischer Förderung bedürfen, müssen an andere Einrichtungen weiterempfohlen werden.
Wegen der engen Verflechtung von leiblicher und seelischer Entwicklung der Kinder und Jugendlichen soll ein Schularzt als fachkundiger Berater dem Kollegium zur Seite stehen. Die freie Arztwahl der Eltern ist durch seine Tätigkeit nicht berührt.
Hort
Kinder der 1.-5. Klasse finden im Hort einen außerschulischen familienergänzenden Lebensraum. Sie haben dort in der Freizeitgestaltung die Möglichkeit, seelisch und physisch in Bewegung zu sein, aber auch zur Ruhe zu kommen. Die Erzieher im Hort arbeiten nach den gleichen pädagogischen Grundlagen und mit den gleichen Zielen wie die Lehrerschaft. Die für die Kinder dieser Altersstufe geltenden Motive erfahren hier eine der Aufgabe gemäße Ausgestaltung. Durch seinen besonderen pädagogischen Auftrag kann der Hort Bindeglied zwischen Schule und Elternhaus sein.
Schulgebäude
Die Gestaltung des Schulgebäudes, insbesondere der Innenräume in Form und Farbe, ist auf die Entwicklungsschritte der Kinder und Jugendlichen abgestimmt. Sie greift die Impulse Rudolf Steiners zur Kunst und seine konkreten Angaben zur Schulhausgestaltung auf. Auch das Schulgelände ist nach ästhetischen Kriterien gestaltet und soll den Schülern in den Pausen Bewegungs- und Begegnungsmöglichkeiten bieten. Für Sauberkeit und den pfleglichen Umgang mit Gelände, Gebäude und Inventar haben alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zu sorgen.
Hausmeisterei und Reinigungsdienst
Wo Instandhaltung, Pflege und auch die Gewährleistung der Sicherheit entsprechende Sachkenntnis erfordern, setzt der Aufgabenbereich der Hausmeisterei und des Reinigungsdienstes ein. Im Einklang mit den pädagogischen Zielen der Schule und unter Beachtung wirtschaftlicher Kriterien soll ein möglichst reibungsloser Betrieb gestaltet werden, der den Mitgliedern der Schulgemeinschaft und ihren Gästen einen angenehmen Aufenthalt ermöglicht.
Schulküche
Die Schulküche wurde eingerichtet um den Schülern eine gesunde, wohlschmeckende Ernährung in den Pausen anzubieten. Lehrer und Eltern sind gern gesehene Gäste und so ist die Schulküche auch ein wichtiger Begegnungsort. Für die frisch zubereiteten Mahlzeiten, möglichst aus biologisch-dynamisch angebauten Produkten, wirken Mitarbeiter und ehrenamtlich Tätige aus der Elternschaft zusammen. Die Pädagogik von der physisch-hygienischen Seite aus zu unterstützen und das Bewusstsein für diese Qualität zu stärken ist über die Bereitstellung der Verpflegung hinaus Ziel der Schulküche. In Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium begleitet die Schulküche auch pädagogische Projekte.
Verwaltung
Die kontinuierliche Betreuung der rechtlichen und wirtschaftlichen Belange des Schulbetriebs liegt in den Händen von Vorstand, Geschäftsführung und Verwaltung.
Die vielfältigen Aufgaben, die die Verwaltung für Schüler, Eltern und alle Beschäftigten der Schule wahrnimmt, sind nach Tätigkeitsfeldern strukturiert, für die konkrete Ansprechpartner benannt werden.
Durch ihre fachliche Kompetenz unterstützen Geschäftsführung und Verwaltung die Selbstverwaltung des Kollegiums und der Genossenschaftsorgane. Ihre Mittlerfunktion im Inneren des Schulorganismus setzt sich in der Pflege der Außenkontakte fort.
Die Mitarbeit in Gremien und Arbeitskreisen in der Schule sowie schulübergreifender Austausch bilden für die Mitarbeiter der Verwaltung weitere Möglichkeiten sich einzubringen.
Vertrauenskreis
Der Vertrauenskreis sieht das Ziel seiner Arbeit in der Förderung eines vertrauensvollen Miteinanders.
Er steht allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft sowohl für Einzelgespräche als auch zur Gesprächs- und Konfliktbegleitung zur Verfügung.
Formen und Strukturen, Kriterien der Zusammenarbeit
Die Ziele der Schule sind nur zu erreichen, wenn jeder seine volle Persönlichkeit einsetzen kann. Dazu braucht es geeignete Sozialformen, die es jedem in der und für die Schule Tätigen erlauben, sich gemäß seiner persönlichen Fähigkeiten und Intentionen einzusetzen. Für den wirtschaftlich-rechtlichen, den unterrichtlichen und den Bereich der pädagogischen Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern sind deswegen Organe gebildet worden, deren Mitglieder partnerschaftlich zusammenarbeiten. Von diesen ausgehend können nach dem Verfahren der „Dynamischen Delegation“ weitere Gremien oder Einzelpersönlichkeiten mit der Verantwortung für bestimmte Aufgaben betraut werden. Diese delegationsgebenden Organe sind im Folgenden fett gedruckt.
Die Größe der Schule erfordert von allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft ein erhöhtes Maß an sozialer Wachheit, Verständnisbereitschaft und eine bewusste Kultur der Begegnung, denn es ist nicht selbstverständlich, dass ein direktes Zusammentreffen in Arbeitszusammenhängen stattfindet. Ohne Selbstverpflichtung des Einzelnen auf die im Leitbild beschriebenen Ziele und Grundlagen und die Verlässlichkeit der in deren Umsetzung entstehenden Vereinbarungen und Regelungen ist das gedeihliche Zusammenwirken in einer Gemeinschaft nicht zu bewerkstelligen.
Wirtschaftlich-rechtlicher Bereich
Die Freie Waldorfschule Karlsruhe ist als Ersatzschule in freier Trägerschaft der Regelschule gleichgestellt. Die Realschulabschlussprüfung kann am Ende der zwölften Klasse abgelegt werden, die dreizehnte Klasse dient ausschließlich der Vorbereitung auf die Fachhochschulreife bzw. das Abitur. Ein einfacher Hauptschulabschluss kann [von Schulabgängern] ab der neunten Klasse erworben werden. In zwei voll ausgebauten Zügen werden circa 900 Schüler unterrichtet. Die Schule ist Mitglied im Bund der Freien Waldorfschulen in Deutschland e.V. und nimmt dort ihre satzungsgemäßen Rechte und Pflichten wahr.
Die Genossenschaft
Träger der Schule ist die „Gemeinnützige Genossenschaft zum Betrieb der Freien Waldorfschule Karlsruhe eG“. Alle Eltern und Lehrer treten der Genossenschaft bei um zusammen mit weiteren Förderern den gemeinsamen Aufbau und den wirtschaftlichen Betrieb der Schule zu gewährleisten. In ihrer Satzung sind die rechtlichen Grundlagen der inneren und äußeren Verhältnisse der Schule geregelt. Die satzungsgemäßen Organe der Genossenschaft - Aufsichtsrat, Vorstand, Generalversammlung und Kollegium - gestalten das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld, in dem sich die pädagogischen Ziele der Schule entfalten. In dieser Aufgabe werden sie durch Geschäftsführer und Verwaltung unterstützt. Die wesentlichen Aufgaben dieser Organe sind in der Satzung beschrieben.
In den Arbeitsverträgen der Mitarbeiter und in den Schulverträgen der Eltern und volljährigen Schüler sind die besonderen Rechte und Pflichten geregelt.
Unser Bemühen ist es keinem Schüler den Besuch unserer Schule aus wirtschaftlichen Gründen verweigern zu müssen. Dazu bedarf es der Mitträgerschaft finanziell leistungsfähiger Elternhäuser und anderer Förderer. Die Bereitschaft der Mitglieder der Schulgemeinschaft sich nach Kräften für die Schule einzusetzen, trägt ebenfalls wesentlich zum wirtschaftlichen Betrieb bei.
Beitragsverantwortungskreis
Um die Unabhängigkeit der pädagogischen Arbeit von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Elternhäuser zu gewährleisten, werden die Beitragsgespräche ausschließlich von Eltern geführt. Diese sind im Beitragsverantwortungskreis zusammengeschlossen und arbeiten mit dem Vorstand zusammen.
Unterrichtlicher Bereich
Um den unterrichtlichen Bereich verantwortlich gestalten und verwalten zu können, finden während der Unterrichtswochen jeden Donnerstag drei Konferenzen statt. Diese Arbeitssitzungen des Kollegiums gliedern sich der Sache nach in drei Bereiche:
Die Pädagogische Konferenz
In ihrem seminaristischen Teil werden die menschenkundlich-pädagogischen Texte Rudolf Steiners erarbeitet und vertieft. Diese fortlaufende Grundlagenarbeit und der dabei gepflegte Austausch innerhalb des Kollegiums unabhängig von tagesaktuellen Fragen bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit des Kollegiums.
Darauf aufbauend werden alle Bereiche des pädagogisch-schulischen Lebens bedacht und durch entsprechende Entscheidungen gestaltet. Teilbereiche dieser Arbeit können delegiert werden, z. B. an die Oberstufenkonferenz.
An der Pädagogischen Konferenz nehmen alle Lehrer und Hortner teil.
Die Technische Konferenz
Der Kreis der Teilnehmer ist um Vertreter aus Hausmeisterei, Verwaltung und Küche erweitert. Ihr Inhalt umfasst alle Bereiche des äußeren Ablaufs des Schulalltages. Stundenplan, Vertretungen, Aufsichtsfragen, Fragen zur Hausordnung und die Planung von Veranstaltungen sind charakteristische Besprechungs- und Entscheidungspunkte.
Die Geschäftskonferenz
Sie ist das verantwortliche Schulleitungsorgan. Personalfragen, die Gehaltsordnung des Kollegiums, das satzungsmäßige Mitwirken in den Genossenschaftsorganen, die Bildung von Delegationen - soweit sie der Sache nach nicht von den anderen Konferenzen gebildet werden müssen - sind wesentliche Inhalte dieser Konferenz. In ihr arbeiten in der Regel die Lehrer mit, welche sich mit der Schule dauerhaft verbunden haben. Wegen der Überschneidungen zum wirtschaftlich-rechtlichen Bereich nimmt der Geschäftsführer an den Sitzungen teil. Die Leitung dieser Konferenz hat der Schulführungskreis. Er vertritt das Kollegium nach innen und außen.
Aus den Arbeitszusammenhängen ergeben sich weitere mit „Konferenz“ bezeichnete Gremien, die keiner besonderen Delegation bedürfen: z. B. Klassen- und Fachkonferenzen.
Organe der Eltern-Lehrer-Zusammenarbeit
Der Schulrat
Der Schulrat ist das zentrale Gremium zur Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern und Schülern. Er setzt sich zusammen aus den Elternvertretern der Klassen und der gleichen Anzahl von Lehrern. Schülerratssprecher, Delegierte der Verwaltung sowie Aufsichtsrat und Vorstand sind weitere Mitglieder.
Der Schulrat dient als Zentrum der Willensbildung der Schulgemeinschaft und der Aussprache über pädagogische Fragen. Beschlüsse werden gefasst, soweit nicht andere Organe zuständig sind.
Die Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern findet außerdem in vielfältigen Zusammenkünften statt. Dies sind insbesondere:
Elternabende
Sie finden mehrfach im Jahr statt und sind der zentrale Ort für die pädagogische Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern einer Klasse. Die im konzeptionellen Teil des Leitbildes nur angerissene pädagogische Praxis kann hier vertieft dargestellt und besprochen werden.
In manchen Klassenelternschaften haben sich Gesprächsabende etabliert, in denen erziehungs-relevante Themen vertieft werden. Sie werden von Eltern verantwortlich geleitet.
Bei Hausbesuchen oder individuell vereinbarten Gesprächen kann das einzelnes Kind im Mittelpunkt des pädagogischen Austausches stehen.
In das Zusammenwirken der Mitglieder der Schulgemeinschaft fließt die Arbeit des Vertrauenskreises ein. Durch die Form seiner Bildung und seine Zusammensetzung wird ihm eine weitgehende Unabhängigkeit von den anderen Gremien des Schulorganismus eingeräumt.
Vorträge, Kurse, Seminare und Arbeitskreise, die in freier Initiative initiiert werden oder deren Zustandekommen aus der Arbeit oben genannter Organe hervorgeht, sind Ort gemeinsamer Fortbildung von Eltern und Lehrern.
Auf Veranlassung der zuständigen Organe können Delegationen gebildet werden, in denen fachliche Kompetenz aus der Elternschaft in die Bewältigung des Schulalltages einfließen kann, auch ohne dass die Mitglieder der Delegationen alle den entsprechenden Organen angehören, z. B. die Baukommission. Als Beispiele für den vielfältigen Ausdruck des Gestaltungswillens der Eltern seien nur folgende Institutionen genannt: Der Förderverein, die Kurse und der Basarkreis. Neben der Arbeit an der Sache entsteht in diesen Arbeitszusammenhängen ein zwischenmenschliches Fundament, das das soziale Klima der Schule positiv stärkt.
Schüler, Lehrer steht auch für Schülerin, Lehrerin u.Ä.. Die kürzere Formulierung wurde aus Gründen der
Lesbarkeit gewählt.

